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Kommunale Infrastrukturen im Berggebiet

3. September 2019 – Die Erhaltung und die Erneuerung von Infrastrukturen wie Trinkwasserleitungen, Strassen und Turnhallen stellt gerade für die Gemeinden in den Berggebieten und ländlichen Räumen eine enorme Herausforderung dar. Anlässlich einer Fachveranstaltung der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete SAB in Les Diablerets (VD) wurde aufgezeigt, wie die Perspektiven für die kommunalen Infrastrukturen in den nächsten Jahrzehnten aussehen.
Die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete SAB fordert den Bund auf, sich dieses Themas anzunehmen und zusammen mit den Kantonen und Gemeinden nach Lösungen zu suchen.

In der Schweiz fehlt es an einer systematischen und laufend aktualisierten Übersicht über den Wert der Infrastrukturen. Alleine der Wiederbeschaffungswert der Trinkwasserversorgung wird auf rund 110 Mrd. Fr. geschätzt. Bei der Wasserentsorgung wird der Wiederbeschaffungswert auf rund 120 Mrd. Fr. geschätzt. Um den aktuellen Zustand gewährleisten zu können, wären somit jährliche Investitionen von rund 4 Mrd. Fr. erforderlich. Viele Gemeinden im Berggebiet können diese Aufgaben nicht selber finanzieren und müssen deshalb oft auf die Hilfeleistung von Spendenorganisationen wie der Berghilfe oder der Patenschaft für Berggemeinden zurückgreifen. 

Alex Bukowiecki, Geschäftsführer des Schweizerischen Verbands Kommunale Infrastruktur, prognostiziert einen weiteren Anstieg der Aufwendungen für den Erhalt und die Erneuerungen der kommunalen Infrastrukturen in den nächsten Jahren. Ein Faktor, welcher die Kosten in Zukunft ansteigen lassen wird, ist der Klimawandel. Die heisseren Temperaturen und längeren Trockenperioden erfordern zusätzliche Investitionen nicht nur für die Gemeinden sondern auch für die Landwirtschaft. Weiter werden auch die Verkehrswege aufgrund des Klimawandels immer anfälliger für Naturgefahrenereignisse, was wiederum zu einem steigenden Investitionsbedarf führen wird. Auch die Erschliessung mit digitalen Infrastrukturen gewinnt deutlich an Bedeutung, die Verfügbarkeit von Glasfasern und leistungsfähigen Mobilfunktechnologien zunehmend überall vorausgesetzt.
 

Als Fazit aus der Tagung leitete SAB-Direktor Thomas Egger ab, dass der Bund so rasch wie möglich das Thema der Infrastrukturen in den Berggebieten und ländlichen Räumen aufgreifen müsse. Erster Schritt sei eine systematische Erhebung des Wertes und des zukünftigen Investitionsbedarfes dieser Infrastrukturen. Eine Möglichkeit würde in diesem Zusammenhang die Lancierung eines nationalen Forschungsprogramms bieten. 

Kontakt
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Clemens Baschung, Geschäftsführer
Ab-/Wasser / Strassen & Werkbetriebe
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